Drachenfliegen verbindet Wind, Bewegung und Technik. Ob Einleinerdrachen, Lenkdrachen oder Lenkmatten – jede Drachenart reagiert unterschiedlich auf Wind, Leinenmaterial und Handhabung.
Seit über 20 Jahren handeln wir im Windkontor mit Drachen und verfügen über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit Windbedingungen, Flugverhalten, Leinenmaterialien und Sicherheitsaspekten. Dieses Know-how geben wir hier gerne weiter.
🪁 Wie bekomme ich meinen Einleinerdrachen am besten in die Luft?
Bei gutem Wind stellst du dich mit dem Rücken zum Wind und lässt den Drachen vorsichtig los, während du langsam die Leine abwickelst.
Bei wenig Wind ist eine zweite Person hilfreich, die den Drachen einige Meter entfernt hält und ihn auf ein Zeichen mit einem kleinen Schubs starten lässt.
🧭 Mein Lenkdrachen dreht sich nur im Kreis – woran liegt das?
Die häufigste Ursache sind unterschiedlich lange Leinen. Bereits kleine Längenunterschiede führen dazu, dass der Drachen nicht mehr gerade fliegt.
Prüfe außerdem, ob sich eine Leine an einer Flügelspitze verhakt hat und ob der Drachen symmetrisch aufgebaut ist. Auch die Waageleinen sollten beidseitig gleich eingestellt sein.
🧵 Welche Drachenleinen gibt es?
Am häufigsten werden Polyesterleinen und Dyneema-Leinen verwendet.
Polyesterleinen besitzen eine deutliche Dehnung. Daher sollte nach jedem Flug (Lenkdrachen) überprüft werden, ob beide Leinen noch exakt gleich lang sind. Sind sie unterschiedlich lang, müssen die Knoten gelöst, eine neue Öse gesetzt und die Leinen wieder auf gleiche Länge gebracht werden.
Dyneema-Leinen dehnen sich kaum, bleiben formstabil und ermöglichen ein sehr präzises Flugverhalten. Sie gelten als hochwertigere Variante und werden vor allem bei leistungsstärkeren Drachen und von fortgeschrittenen Piloten genutzt.
🪜 Welche Stabmaterialien gibt es bei Lenkdrachen?
Einsteiger-Lenkdrachen sind häufig mit Glasfaserstäben (GFK) ausgestattet. Diese sind robust, flexibel und verzeihen auch härtere Landungen – ideal für die ersten Flugversuche.
Hochwertigere Lenkdrachen verwenden Stäbe aus Carbon (CFK). Diese sind deutlich leichter und steifer, was die Präzision, Reaktionsgeschwindigkeit und Manövrierfähigkeit spürbar erhöht.
Gerade bei Leichtwinddrachen ist das geringe Gewicht von Carbonstäben ein großer Vorteil. Bei starkem Wind sorgt die höhere Steifigkeit zudem für mehr Stabilität und Kontrolle.
🌬️ Warum ist die empfohlene Windstärke des Drachenmodells so wichtig?
Jeder Drachen ist für einen bestimmten Windbereich konstruiert. Dieser wird vom Hersteller auf Basis von Größe, Material und Bauweise festgelegt und ist unbedingt zu beachten.
Wird ein Drachen bei zu wenig Wind geflogen, kann er instabil reagieren oder nicht richtig steigen. Bei zu starkem Wind entstehen hingegen sehr hohe Zugkräfte, die zu Materialschäden oder Kontrollverlust führen können.
Das Fliegen außerhalb des empfohlenen Windbereichs kann Schäden an Segel, Gestänge oder Leinen verursachen und stellt keinen Reklamationsgrund dar.
🌬️ Windstärken nach Beaufort (Bft) – Übersicht
Die Windstärke wird häufig in Beaufort (Bft) angegeben. Die folgende Tabelle dient als allgemeine Orientierung:
| Bft | km/h | Beschreibung |
|---|---|---|
| 0 | 0–1 | Windstille |
| 1 | 1–5 | Kaum Wind |
| 2 | 6–11 | Leichter Wind |
| 3 | 12–19 | Mäßiger Wind |
| 4 | 20–28 | Frischer Wind |
| 5 | 29–38 | Starker Wind |
| 6 | 39–49 | Sehr starker Wind |
| 7 | 50–61 | Steifer Wind |
| 8 | 62–74 | Stürmischer Wind |
| 9 | 75–88 | Sturm |
| 10 | 89–102 | Schwerer Sturm |
| 11 | 103–117 | Orkanartiger Sturm |
| 12 | ab 118 | Orkan |
Praxis-Orientierung:
• Einleinerdrachen: meist 1–5 Bft
• Lenkdrachen: 0–8 Bft (Indoor & Leichtwind 0–2 Bft · Standard 2–5 Bft · Starkwind 6–8 Bft)
• Lenkmatten / Foilkites: meist 2–6 Bft
Die Herstellerangaben zum jeweiligen Drachenmodell sind stets zu beachten. Größe, Bauweise und Material beeinflussen den tatsächlichen Windbereich erheblich.
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis zu Lenkmatten / Foilkites
Lenkmatten sollten nicht ungebremst auf den Boden aufschlagen. Der dabei entstehende Überdruck in den Luftkammern kann zu irreparablen Schäden an Kammern oder Nähten führen.
Grundsätzlich sollte der Kite stets gezielt und kontrolliert aus dem Windfenster heraus gesteuert und gelandet werden. Dies ist die schonendste und sicherste Methode.
Das Loslassen einer Lenkschlaufe bzw. das Auslösen des Kitekiller-Systems (bei Bar oder Handles) ist ausschließlich als Notfallmaßnahme vorgesehen, um die Zugkraft im Ernstfall schnell zu reduzieren.
⚠️ Allgemeine Sicherheit & Nutzung
Drachenfliegen sollte nur auf freien Flächen erfolgen – mit ausreichend Abstand zu Personen, Straßen, Stromleitungen und Hindernissen.
Bei starkem Wind, böigem Wetter oder unsicheren Bedingungen empfehlen wir, auf das Drachenfliegen zu verzichten.
⚠️ Hinweis zu Reklamation & Verschleiß
Drachen und Zubehör unterliegen natürlichem Verschleiß. Schäden durch Überlastung, falsche Windbedingungen, unsachgemäße Landung oder das Überschreiten der empfohlenen Windbereiche stellen keinen Reklamationsgrund dar.
✓ Versand aus Deutschland · ✓ Persönlich ausgewählt · ✓ Direkt vom Windkontor Fehmarn
